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Neue Sprache – besser Kollision statt Unfall?

Nur nicht den Begriff ‚Unfall‘ verwenden. Lieber ‚Kollision‘ oder ‚Zusammenprall‘. Das ist zutreffender, insbesondere wenn die Fakten des Vorfalls nicht bekannt sind, sagt Verkehrsforscher Dr. Dirk von Schneidemesser vom IASS Potsdam. Der wissenschaftl am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung forderte jüngst in einem Vortrag eine neue Sprache für Verkehrsberichterstattung von Polizei und Journalismus. Übrigens nicht nur in Deutschland sondern international wird an dem Thema gearbeitet.

Es ist eine spannende Diskussion um die Sprache in Polizeimeldungen und folglich in Texten von Journalist:innen. Der sensible und präzise Umgang mit Sprache und den Perspektiven von Opfern und Tätern lässt sich trainieren – zum Beispiel in vielen unserer Kurse und Seminare im Journalistenzentrum Herne.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang aber auch an die Mahnung des Deutschen Journalisten-Verbands von vor gut zwei Jahren. Der Verband hatte alle Journalist:innen und ihre Arbeitgeber:innen dazu aufgerufen, Meldungen und Informationen der Polizeibehörden in allen Fällen kritisch zu hinterfragen. „Ein Polizeibericht ist für Redaktionen eine wichtige Ausgangsinformation, mehr nicht“, erklärte der DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Keinesfalls dürften Schilderungen und Behauptungen solcher Berichte ungeprüft in die Medienberichterstattung Einzug halten. Der DJV wies darauf hin, dass die Polizei bei Auseinandersetzungen Partei sei und nicht unparteiischer Beobachter. Überall: „Das müssen wir Journalisten immer im Hinterkopf haben, wenn wir den Polizeibericht lesen.“

Wichtiger Anstoß aus der Verkehrswissenschaft: Die Sprache über Verkehrszwischenfälle sollten Polizist:innen und Journalist:innen ändern.

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