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Eine „Linsekte“ bleibt auf Dauer

Unsere Lieblings-„Linsekte“ ist zurück im Journalistenzentrum Herne. Für immer. Unser Dozenten-Kollege Frank Sonnenberg hat nun in der Dauergalerie unseres Zentrums unseren Favoriten installiert. Sonnenbergs Sonderschau zeigte Auszüge aus seinem Fine-Art-Fotoprojekt zum Thema Lichtbrechung und Design. Über lange Zeit hatten Sonnenbergs optischen Schöpfungen 2021 unsere Flurgalerie bestimmt. Das Journalistenzentrum Herne bittet jede Aussteller:in, ein Werk als Erinnerung an die Ausstellung bei uns dauerhaft zu zeigen.

Linsekten
Eine besondere Attraktion waren die neuen „Linsekten“, wie Sonnenberg die optischen Objekte bezeichnet. Die „Linsekten” sind allesamt Fantasiegeschöpfe. Entstanden sind sie aus den früheren Arbeiten. Mal sind sie filigran in Form, mal mystisch im Ausdruck. Betrachtet man die Fotos, kann man eine Libelle erkennen, im nächsten Bild einen Schmetterling oder eine tanzende Motte im Mondlicht in einem weiteren Motiv.

Hintergrund des Projekts Refraktion
Mitte 2013 startete der gelernte Augenoptiker und experimentierfreudige Crossmedia-Journalist Frank Sonnenberg aus Wuppertal das Projekt als visuelles Experiment mit Brillengläsern. Ein transparentes Glas ist ja erst einmal nichts Besonderes. Solange es nicht in eine Brille mit den korrrekten Zentrierwerten eingearbeitet ist, ist es so gut wie funktionslos. Erst durch das Zusammenspiel von Licht, seiner Brechung im farblosen Brillenglas und dem Blickwinkel des Betrachters bekommt Transparenz plötzlich Gestalt und damit Charakter.

Eigene DNA
Die individuellen Form- und Lichtverläufe in den Fotos entstehen durch die der Gläser eigenen „DNA“. Unterschiedliche Glasmaterialien und Brechwerte der sphärischen, cylindrischen und prismatischen Ausführungen erzeugen die Einzigartigkeit der Lichtbrechung. Durchsichtiges bekommt plötzlich eine Gestalt in Form von kleinen und großen Licht- und Schattenflächen, Tiefen- und Höhenlinien und damit seine Einzigartigkeit. Manche Betrachter mag das Lichtspiel auch an die Klarheit von Architektur erinnern. Vor allem in Kombination mit moderner Innenarchitektur und Möbeldesign können die Bilder durchaus auch in einem anderen Kontext stehen, als ausschließlich der Augenoptik. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Idee hinter „Refraktion“ zu einem multimedialen Fine Art-Werk.

 Foto: Werner Hinse