300. Volontärskurs verabschiedet: Journalistische Ausbildung mit langer Tradition

Die Absolventen seines ersten vierwöchigen Volontärskurses hat das Journalistenzentrum Herne am 21. Februar verabschiedet. Über vier Wochen haben neun junge Journalistinnen und Journalisten aus Torgau im Osten, Kehl im Süden, sowie Frankfurt, Köln und Münster im entstehenden Journalistencampus die Grundlagen ihres Berufs erlernt. Das neue Journalistenzentrum im Shamrockpark in Herne bildet Journalistinnen und Journalisten aus allen Teilen Deutschlands aus und weiter. Professor Dr. Frank Überall, der Vorsitzende des Trägervereins des Zentrums, überreichte dem Berufsnachwuchs die Abschlusszertifikate.

Frank Überall, der auch Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) ist, betonte bei einer kleinen Feierstunde, dass der erste Volontärskurs des neuen Journalistenzentrums Herne zugleich auch in der Tradition der seit 1961 stattfindenden Kurse die Nummer 300 habe. „Das ist eine mächtige Tradition.“ Denn die berufsbegleitende und überbetriebliche Ausbildung von
Journalistinnen und Journalisten sei damals von Gewerkschaften sowie den Zeitungs- und Zeitschriftenverlegern etabliert worden. Überall: „Das ist eine die einzigartige Ausbildungsleistung, die Gewerkschaften und Verlage bis heute für eine staatsferne Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten in deutschen
Journalistenschulen erbringen.“

Die bewährte Grundausbildung haben im Laufe von fast sechs Jahrzehnten weit über 5000 Journalisten in Düsseldorf und
später in Haus Busch in Hagen durchlaufen. Vor der Feierstunde hatte sich der Beirat der Neuen Gesellschaft für publizistische Bildungsarbeit e.V. konstituiert. Dem Beirat gehören neben
Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, der FAKT AG-Vorstand Prof em. Hubert Schulte-Kemper, DJV-Hauptgeschäftsführer Kajo Döhring und künftig
Bärbel Bergerhoff-Wodopia von der Essener RAG-Stiftung an. Das Gremium empfahl, dass einer Räume des Journalistenzentrums künftig nicht mehr nach Emil Dovifat benannt werden soll. Die Räume des Journalistenzentrums tragen die Vornamen bekannter Journalistinnen und Journalisten, wie den der getöteten Fotografin Anja Niedringhaus oder des von den Nazis erschossenen
Journalisten Felix Fechenbach.

Das neu gegründete Journalistenzentrum ist seit Januar dieses Jahres in Herne zuhause. Nach ersten zwei kleineren Start-Kursen geht das Journalistenzentrum mit dem nächsten, bereits ausgebuchten und mehr als doppelt so großen Volontärskurs in den Regelbetrieb über. Im Journalistenzentrum erlernt der
Berufsnachwuchs aus Zeitungen und Zeitschriften sowie vielen Pressestellen in Kommunen, Universitäten und Unternehmen nach den Vorgaben des Tarifvertrags berufsbegleitend die Grundlagen des Journalismus.

Das Journalistenzentrum Herne bietet ferner ein breites Spektrum an Weiterbildungen für erfahrene Kolleginnen und Kollegen der Medienbranche an. Im Journalistenzentrum lehren rund 50 erfahrene Dozentinnen und Dozenten, die ihr journalistisches Wissen weitergeben. Das Angebot reicht vom
journalistischen Schreiben und Fotografieren bis hin zum Umgang mit Smartphones im journalistischen Alltag und Podcasten. Alles Themen, die auch die heute verabschiedeten jungen Journalisten in ihren vier Wochen Grundlagentraining in Herne beschäftigt haben.

Festrede von Ulrike Kaiser (IQ) – Video: Arne Pöhnert